Oft werden die Ehrenamtlichen schon sehnsüchtig von den Senioren erwartet

Die Initiative Essen auf Rädern versorgt seit 40 Jahren ältere Menschen täglich mit einem warmen Mittagessen

In solchen Henkelmännern brachten Gerda Brager (links) und Gisela Kuhles in den Anfangsjahren das Essen zu den älteren Menschen.

20.06.2016

Oberwesel (as). „Täglich, auch an Weihnachten, Silvester, Ostern und allen anderen Feiertagen, sorgt seit 40 Jahren ein Team aus Ehrenamtlichen dafür, dass Menschen in Oberwesel, die nicht mehr in der Lage sind, für sich einzukaufen und zu kochen, ein warmes Mittagessen erhalten“, ist Marion Christian, die Geschäftsführerin der Loreley-Kliniken, beeindruckt. Bis heute organisieren die Ehrenamtlichen das Essen auf Rädern komplett selbstständig, auch wenn 2004 die Krankenhaus GmbH St. Goar-Oberwesel (Mehrheitsgesellschafter ist die Marienhaus Kliniken GmbH) die Trägerschaft übernommen hat, so Marion Christian. „Die ersten Mittagsmahlzeiten haben wir am 8. März 1976 ausgefahren“, erinnern sich Gerda Brager und Gisela Kuhles. Die beiden 78-jährigen Damen sind Gründungsmitglieder von Essen auf Rädern in Oberwesel. Zusammen mit allen aktiven und ehemaligen Ehrenamtlichen feierten sie Anfang Juni das Jubiläum dieser Initiative. 

Die Idee Essen auf Rädern in Oberwesel anzubieten, hatte Gerda Brager. Sie hörte von dieser Initiative, als sie noch in Düsseldorf lebte. Als sie dann in den 70er Jahren mit ihrer Familie nach Oberwesel zog, suchte sie Mitstreiter, nahm Kontakt zum Caritasverband in Boppard auf, der damals schon Essen auf Rädern organisierte, und warb für ihre Idee. Sie führte Gespräche mit dem Stadtrat und den Loreley-Kliniken. Das Ergebnis dieses Engagements konnte sich sehen lassen: Zahlreiche Ehrenamtliche erklärten sich bereit, mitzuhelfen, dass ältere Menschen täglich ein warmes Essen auf dem Tisch haben, und die Stadt, das Krankenhaus und zahlreiche Organisationen sagten ihre Unterstützung zu. Und so konnte das Projekt mit fünf bestellten Mahlzeiten beginnen. „Das Essen transportierten wir damals in sogenannten Henkelmännern mit vier Aluschüsselchen. Diese stellten wir in isolierte Transportboxen, damit das Essen warm blieb“, berichtet Gisela Kuhles, die immer noch jede dritte Woche den Fahrdienst übernimmt und zusätzlich als Feuerwehr bereit steht, wenn einmal ein Fahrer ausfällt.

 „In den ersten Monaten nutzten wir unsere Privatautos, um das Essen zu verteilen“, so Gisela Kuhles. Aber schon Ende 1976 erhielt die Initiative ein Auto. „Der Caritasverband hatte uns dabei geholfen, und finanziert wurde der Wagen unter anderem vom Kuratorium Deutsche Altershilfe“, erinnert sich Gerda Brager.

Seit 40 Jahren läuft der Dienst der derzeit 16 Ehrenamtlichen ähnlich ab: Mittags gegen 11:30 Uhr holen sie die isolierten Kunststoffboxen mit dem warmen Mittagessen in der Küche der Loreley-Kliniken ab, verstauen  diese in dem Kofferraum des Autos, das für das Essen auf Rädern zur Verfügung steht und fahren ihre Touren. Von den älteren Menschen werden sie oft schon sehnsüchtig erwartet, und das nicht nur deshalb, weil sie das Mittagessen bringen, berichtet Gisela Kuhles. Sie weiß, dass viele alte Menschen kaum noch Besuch bekommen. Häufig sind sie gehbehindert und können ihre Wohnung allein nicht mehr verlassen. Es komme oft vor, dass die Ehrenamtlichen, die das Mittagessen bringen, die einzigen Menschen sind, mit denen sie am Tag Kontakt haben. „Viele sind darüber sehr dankbar, auch wenn wir nicht so viel Zeit zum Reden haben“, so Gerda Brager. „Denn die anderen warten ja auch auf ihr Essen, und wir möchten, dass es noch warm ist, wenn wir es ihnen bringen.“

Derzeit sind es rund 20 Personen, die Essen auf Rädern bekommen. Sie können zwischen zwei Menüs auswählen. Es gibt immer eine Suppe, ein Tagesgericht und Dessert. Zusätzlich sind Extrawünsche möglich. „Manche  Kunden möchten ihr Essen klein geschnitten haben, wünschen sich extra Salat oder brauchen Sonderschonkost“, weiß Kuhles. „Das Küchenteam berücksichtigt das alles und ist sehr flexibel. Zudem schmeckt das Essen richtig gut.“

Noch vor einigen Jahren haben die Ehrenamtlichen täglich bis zu 50 Mahlzeiten ausgeliefert. Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Viele ältere Menschen ziehen in das  Loreley-Seniorenzentrum oder besuchen die Tagespflege, andere nutzen den Mittagstisch im Krankenhaus und einige haben eine Pflegekraft, die sie zu Hause versorgt. Es gibt aber immer noch ältere Menschen in Oberwesel, die zu Hause leben möchten. Und ihnen bringen Gerda Brager, Gisela Kuhles und ihre Kollegen und Kolleginnen gerne regelmäßig ein warmes Mittagessen und sorgen so auch dafür, dass sie wenigstens einmal am Tag Besuch bekommen.

Loreley-Seniorenzentrum Oberwesel

Hospitalgasse 10
55430 Oberwesel
Telefon:06744 712-810
Telefax:06744 712-811
Internet:http://www.loreley-seniorenzentrum.de

Loreley-Kliniken, Standort Oberwesel

Hospitalgasse 11
55430 Oberwesel
Telefon:06744 712-0
Telefax:06744 712-151
Internet:http://www.loreley-kliniken.de

Loreley-Kliniken, Standort St. Goar

Gründelbach 38
56329 St. Goar
Telefon:06741 800-0
Telefax:06741 800-167
Internet:http://www.loreley-kliniken.de

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