Ein Haus, in dem man gerne alt werden möchte - Ein dreiköpfiges Team leitet die Geschicke im Oberweseler Seniorenzentrum

05.02.2004

Nach fast zwei Jahren Bauzeit ist vor wenigen Wochen das neue Seniorenzentrum in Oberwesel eröffnet worden, ein enormer Kraftakt für alle Beteiligten. Umso größer ist jetzt die Freude über das gelungene Werk. Schon Ende der 80er Jahre stand der Wunsch nach einem Altenheim ganz oben auf der Prioritätenliste der Oberweseler Politiker. Eine Sonderrücklage in Höhe von 1 Million DM wurde gebildet, großes Interesse aus Vereinen und Bürgerschaft ermöglichte die Gründung eines Fördervereins unter den Fittichen der Kolpingsfamilie, die Kirche stellte einen Teil des erforderlichen Areals zur Verfügung. Ganze fünfzehn Jahre sollten dennoch schließlich bis zur endgültigen Verwirklichung des Vorhabens ins Land gehen, dafür aber gab es auch kein schnödes "Altenheim", sondern ein modernes, klug konzipiertes Seniorenzentrum, das sich sehr bewusst nicht nur von der Lage her im Herzen der Stadt sieht.

Ein dreiköpfiges Team, bestehend aus Hausleiterin Ursula Lehnen, Pflegedienstleiterin Karin Schmidtke und dem kaufmännischen Direktor Friedel Peter Brenner teilt sich die Verantwortung für das neue Refugium. "Es ist für beide Seiten positiv, dass Krankenhaus und Seniorenzentrum sowohl denselben Träger als auch die unmittelbare räumliche Nachbarschaft haben", erläutert Friedel Brenner, der genau wie Ursula Lehnen für beide Häuser tätig ist.

"Wir haben dadurch einen großen Synergieeffekt, den wir dankbar nutzen." So konnte beispielsweise dank der Großküche in der Loreley-Klinik auf eine Küche im neuen Haus verzichtet werden.

Trotzdem verschlang der Komplex bis heute immerhin knapp 7,5 Millionen Euro, welche die Krankenhaus GmbH mit ihren Gesellschaftern Marienhaus GmbH, den Städten St. Goar und Oberwesel sowie der Verbandsgemeinde St. Goar - Oberwesel aufbringen musste. Nicht zu vergessen sind hierbei auch die vielen Spenden und Beiträge, die dank unermüdlichen Einsatzes des Fördervereins von den Burgern zusammengetragen wurden und neben dem finanziellen Effekt auch nachhaltig für eine Identifikation der Oberweseler mit "ihrem" Seniorenzentrum sorgten. Das will sich auch das Leitungsteam des Hauses nun zu Nutze machen: "Wir möchten, dass die Bewohner des Seniorenzentrums nicht nur in der Stadt, sondern mit der Stadt leben. Sie sollen nicht nur räumlich, sondern auch tatsächlich im Herzen Oberwesels sein. Dazu ist es zunächst sehr wichtig, Hemmschwellen abzubauen", so Ursula Lehnen. Geschehen soll dies beispielsweise durch das Angebot, Tagungen und Versammlungen im Hause abhalten zu können. Aber auch, wer das Gebäude ganz einfach besichtigen will, ist herzlich willkommen. "Ein konkretes Angebot besteht schon gegenüber der katholischen Frauengemeinschaft, die den wöchentlichen Seniorentreff in der Vikarie organisiert. "Diese Zusammenkunft könnte zukünftig auch bei uns stattfinden. Davon hätten beide Seiten etwas", erläutert sie. "Die Organisation wäre weitaus einfacher, die Teilnehmer würden das Seniorenzentrum kennen lernen, und unsere Bewohner könnten schließlich auch davon profitieren, indem sie die Möglichkeit hätten, an den Treffen teilzunehmen." 54 Menschen, vorrangig aus dem Bereich Oberwesel, haben künftig die Möglichkeit, im Seniorenzentrum zu leben. 9 Appartements stehen für "Betreutes Wohnen" zur Verfügung und sind zum Teil schon bezogen, ab Februar werden Zug um Zug die 42 Kurz- und Langzeitpflegeplätze belegt und entsprechend auch das benötigte Fachpersonal aufgestockt. "Wir beschäftigen nur examinierte Pflegekräfte", so Karin Schmidtke. "Und wir werden die Belegung des Hauses nicht überstürzen, damit weder Bewohner noch Personal überfordert sind. Eine Gemeinschaft wie diese muss zusammenwachsen können." Schließlich sollen im Lauf des Jahres noch bis zu 10 Tagespflegegäste aufgenommen werden. "An der Tagespflege können Menschen teilnehmen, deren Angehörige berufstätig sind und die nicht allein zu Hause bleiben können", erläutert die Pflegedienstleiterin. "Hier können sie, wenn sie möchten, zusammen kochen oder backen, basteln oder singen und ihre Erinnerungen pflegen, die im Gegensatz zum Kurzzeitgedächtnis oft noch sehr klar und präsent sind." Bei der Besichtigung der neuen Gebäude fällt die wohnliche, angenehme Atmosphäre auf. Viel Licht, warme Farben, großzügige Flure und Aufenthaltsräume aus dem "Heim" ein echtes Zuhause. Ein ausgeklügeltes Farbkonzept in den verschiedenen Etagen erleichtert die Orientierung. Fünf Brücken verbinden die Stockwerke der einzelnen Gebäudeteile über trennende Straßen hinweg miteinander und mit dem Krankenhaus. Verschiedene Grünbereiche sowie eine große Dachterrasse laden trotz der räumlichen Begrenztheit des Grundstücks zum Aufenthalt im Freien ein. Die Aufenthaltsräume im Innern des Gebäudes liegen dort, wo sich auch das Leben abspielt, im Bereich der Eingänge oder mit Blick auf Stadt und Rhein. Auch bei der Einrichtung gab es keine halben Sachen. Die Ansprüche seitens der Verantwortlichen waren hoch. Jeder Stuhl, jedes Bett, jedes noch so unauffällige Detail wurde auf Herz und Nieren geprüft und erst nach ausgiebigen Beratungen für gut befunden. "Mein Großvater war ein kluger Mann", sagt Ursula Lehnen hierzu. "Er hat immer gesagt: Ich bin zu arm, um mir etwas Billiges zu kaufen. Und damit hatte er vollkommen recht. Nach diesem Grundsatz sind wir vorgegangen. Oberstes Gebot auch hier: Die Bewohner sollen sich wohlfühlen, dafür tun wir alles, was in unserer Macht steht."

Das beweist auch die Wahl der Begrifflichkeiten: Von "Bewohnern" und "Gästen" ist hier die Rede, von "Wohnungen" oder "Appartements". "Die Sprache drückt das Handeln aus", ist Ursula Lehnens feste Überzeugung. "Ein "Senior" genießt eine andere Wertschätzung als ein "Alter". Auch damit wollen wir unseren Respekt zeigen, das ist Teil unseres christlich geprägten Weltbildes." Einige Erfolge kann das engagierte Team schon verbuchen: Die ersten Wohnungen im Bereich "Betreutes Wohnen" sind bereits bezogen. "Unser erster Bewohner hatte schon jede Menge Besuch", berichtet Ursula Lehnen zufrieden. "Die Oberweseler zeigen großes Interesse für unsere Einrichtung." "Eine Bewohnerin hat kürzlich zu mir gesägt: Ich bin froh, dass ich hier sein darf. Ich werde mit jedem Tag glücklicher", wirft Friedel Brenner ein und erklärt: "Zu Hause war die Dame einsam. Ihr Freundeskreis ist nach und nach "weggestorben". Hier bei uns kann sie wieder am Leben teilnehmen, ist unter ihresgleichen, kann aber auch, wenn sie es benötigt, unsere Hilfe in Anspruch nehmen." Nach der offiziellen Einweihung im Januar soll im Frühsommer diesen Jahres auch ein Tag der offenen Tür stattfinden, bei dem jedermann Gelegenheit gegeben wird, sich selbst einen Eindruck vom neuen Gebäudekomplex zu verschaffen. Bis dahin wird auch die geplante Broschüre mit ausführlichen Informationen über das Seniorenzentrum fertiggestellt sein. "Wir haben eine klare Zielsetzung", resümiert Ursula Lehnen. "Unser Haus soll ein Lebensraum sein, in dem die Menschen gerne alt werden wollen."

Loreley-Seniorenzentrum Oberwesel

Hospitalgasse 10
55430 Oberwesel
Telefon:06744 712-810
Telefax:06744 712-811
Internet:http://www.loreley-seniorenzentrum.de

Loreley-Kliniken, Standort Oberwesel

Hospitalgasse 11
55430 Oberwesel
Telefon:06744 712-0
Telefax:06744 712-151
Internet:http://www.loreley-kliniken.de

Loreley-Kliniken, Standort St. Goar

Gründelbach 38
56329 St. Goar
Telefon:06741 800-0
Telefax:06741 800-167
Internet:http://www.loreley-kliniken.de

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